Fundierte Grundlage zur Zins- und Liquiditätsrisikosteuerung

Referenz GEFA Bank

Die GEFA Gesellschaft für Absatzfinanzierung, eine Tochter der Bankengruppe Société Générale, ist ein bedeutender europäischer Absatz- und Investitionsfinanzierer. Sie bietet maßgeschneiderte Finanzierungs- und Leasinglösungen für mobile Wirtschaftsgüter wie Maschinen, Geräte und Nutzfahrzeuge sowie damit verbundene Dienstleistungen an. Um sowohl die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an ein modernes Asset Liability Management (ALM) zu erfüllen als auch die Standards der unter EZB-Aufsicht stehenden Muttergesellschaft zu gewährleisten, entschied die Geschäftsführung der GEFA gemeinsam mit zeb, die Software zeb.control – ALM zu implementieren.

1. Konsequent: Die Umsetzung

In einem ersten Schritt wurden für die Implementierung der Marktpreisrisikosteuerung (Zins und Währung) und des Liquiditätsrisikomanagements die fachlichen Anforderungen spezifiziert, welche sich aus den aufsichtsrechtlichen Erfordernissen (MaRisk, Basel II/III, EBA-Richtlinien etc.), der internen Steuerung der GEFA und den konzernspezifischen Erfordernissen ableiten lassen. Anschließend wurden die bestehenden Vorsysteme der GEFA mit den fachlichen Datenanforderungen abgeglichen, erforderliche Datenfelder und -prozesse festgelegt und eine automatisierte Anbindung aller relevanten Vorsysteme geschaffen.

Für die technische Umsetzung des ALM-Systems in zeb.control wurde gemeinsam eine modulare Zielarchitektur erarbeitet. Dabei war es für die GEFA von hoher Bedeutung, dass neben der Steuerungssoftware zeb.control – ALM, auch eine Applikation implementiert wird, die eine regelbasierte Erkennung und revisionssichere Korrektur bei Datenqualitätsproblemen ermöglicht (Data Quality Management). Zudem sieht die ALM-Architektur Zins- und Liquiditätscashflows für Einzelgeschäfte der GEFA und Produktaggregate vor. So werden übergeordnete Auswertungen sowohl zu verschiedenen Einheiten innerhalb der GEFA-Gruppe als auch zu einzelkontobezogenen Datenanforderungen für das Zins- und Liquiditätsreporting auf Konzernebene ermöglicht.

Neben der barwertigen Zinsrisikosteuerung, welche die gegenwärtige Steuerungsphilosophie der GEFA prägt, wurde eine mehrperiodische, GuV-orientierte Perspektive für das Zinsbuch umgesetzt. Dazu wurden ALM-Szenarien zur Entwicklung der Kundengeschäftskonditionen und der Marktzinsen gebildet sowie die Bilanzstrukturplanung mit dem Controlling abgestimmt. Darüber hinaus wurden auf Basis direkter und indirekter Liquiditätskosten Liquiditäts-Spreads definiert und eine Strukturbeitragsbilanz aufgebaut. Damit können GEFA-spezifische Liquiditätskosten ex ante und ex post in der Margenkalkulation berücksichtigt werden.

Mit einer sauberen Abgrenzung der periodischen Konditions- und Strukturbeiträge werden zudem die Auswirkungen der Zins- und Liquiditätsfristentransformation auf den Zinsüberschuss transparent.

Für das Liquiditätsrisikomanagement der GEFA wurden adäquate Liquiditätsübersichten implementiert und darauf aufbauend detaillierte Steuerungs- und Stressszenarien entwickelt (vgl. Abb. 1). Um eine zur Kapitalbindung passende Steuerungsgrundlage zu gewährleisten, wurden zunächst die für Liquiditätsablaufbilanz und -deckungspotenzial relevanten Positionen spezifiziert. Auf Basis dieses GEFA-spezifischen Steuerungsszenarios wurde dann ein Limitierungskonzept entwickelt. Dieses beinhaltet neben der aufsichtsrechtlich vorgeschriebenen „Survival Period“ zusätzliche Abschläge vom Liquiditätsdeckungspotenzial zur kurz- und langfristigen Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit der GEFA. Um einen noch detaillierteren Einblick in potenzielle Liquiditätsrisiken zu erhalten, wurden ergänzende Stresstests entwickelt.

Zentrale Liquiditätsübersicht für die GEFA

2. Wirkungsvoll: Die Ergebnisse

Mit Abschluss der Dokumentationen zu den ALM-Fach- und IT-Prozessen, den Parametrisierungen in zeb.control – ALM und den Tests der ALM-Reports, ist die GEFA nun in der Lage,

  • sämtliche Auswertungen auf Basis einheitlicher, qualitätsgesicherter Daten vorzunehmen
  • barwertige Zinsrisiken (z. B. PVBPs, Basel-II-Zinsschock, Szenarioanalysen, VaR) zu ermitteln bzw. zu simulieren und daraus ggf. erforderliche Maßnahmen abzuleiten
  • Zinsüberschuss-Simulationen über mehrere Perioden durchzuführen und identifizierte handelsrechtliche Ergebnisschwächen frühzeitig zu erkennen
  • Transparenz hinsichtlich der Bedeutung von Vertriebs- und Treasury-Erfolg zu erzeugen und beide Ergebnisbestandteile separat zu steuern
  • potenzielle Liquiditätslücken auf Basis realistischer Szenarien und der Frühwarnindikatoren des neuen Limitsystems rechtzeitig zu erkennen und zu managen
  • eigene regulatorische Anforderungen bzgl. Marktpreis- und Liquiditätsrisiken sowie Konzern-Vorgaben mit einer ALM-Systemplattform zu bedienen

3. Zukunftssicher: Ausblick und Fazit

Das neue ALM-System bietet für die GEFA eine fundierte Grundlage, um mehr Transparenz und Detailtiefe über Zins- und Liquiditätsrisiken zu generieren und die Ergebniskonsequenzen simulierter Maßnahmen besser abzuschätzen. Sie kann sich damit noch stärker auf das Risikomanagement konzentrieren. Darüber hinaus wird sie das System im Rahmen anderer betriebswirtschaftlicher Fragestellungen wie der Gestaltung von Konditionen und der Kapitalbedarfsplanung einsetzen.

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