Folgen von Niedrigzinsphase und Regulatorik

Kachel Referenz LBS

Situation und Auftrag im Projekt

Für die LBS Westdeutsche Landesbausparkasse leistet das nach wie vor solide Zinsergebnis einen entscheidenden Beitrag zur stabilen Erlössituation des Hauses. Das Zinsniveau nahe der „Nulllinie“ wird künftig jedoch zu entsprechendem Druck auf diesen zentralen Ertragsbestandteil führen. Die Anforderungen an das Bankmanagement bestehen daher darin, diesen Entwicklungen strategisch und operativ wirksam zu begegnen. Ziel des Projekts war es entsprechend, zunächst belastbare Transparenz über die möglichen Konsequenzen einer länger anhaltenden Niedrigzinsphase im aktuellen regulatorischen Umfeld zu schaffen und darauf aufbauend ein entsprechendes Handlungsprogramm zu entwickeln.

Projektinhalte und Vorgehen

Geschäftsmodellspezifische Herausforderungen des aktuellen Umfeldes liegen in der gesetzlich abgesicherten Ausgestaltung des Tarifsystems begründet: Zum einen sind Abhängigkeiten vom Zinsniveau aufgrund der determinierten Vertragsbestandteile recht eindeutig ermittelbar, zum anderen reagiert das Geschäftsmodell erst deutlich zeitverzögert auf Anpassungen im Tarifgerüst.

Vor diesem Hintergrund war eine sorgfältige Szenarioauswahl und -gestaltung für die Quantifizierung möglicher Konsequenzen erforderlich. Zudem war eine langfristig ausgerichtete kaufmännische Weitsicht geboten, damit aktuell verfügbare Zeitfenster und Stellhebel erkannt und ausgenutzt werden, die erst deutlich in der Zukunft ihre Auswirkungen auf die Geschäfts- und Ergebnisstruktur zeigen. Die Erarbeitung der Projektergebnisse erfolgte in drei Teilschritten und wird im Folgenden kurz skizziert.

Im Mittelpunkt des ersten Teilschritts stand dabei vor allem die Frage nach den zu betrachtenden Szenarien für zu untersuchende Zinsstrukturkurvenänderungen. Als Basis für das zu entwickelnde Handlungsprogramm waren diese Zinsszenarien nicht zu optimistisch auszugestalten, gleichzeitig durften sie aber natürlich auch nicht allein von Risikogesichtspunkten geprägt sein. Im Ergebnis wurde ein Set aus verschiedenen Marktzinsszenarien identifiziert. Ergänzt wurden diese Szenarien um korrespondierende Annahmen bezüglich der Margen- und Volumenentwicklungen, der Risikovorsorge sowie der weiteren Kosten- und Ertragsentwicklungen.

Gegenstand der Ergebnisbewertung im zweiten Teilschritt bildete die Frage, inwiefern auch bei länger anhaltendem Niedrigzinsniveau (neue) aufsichtsrechtliche Größen langfristig erfüllt werden können, ohne Ziele und Ansprüche der Eigentümer zu gefährden. Dazu stand neben der Analyse der Rentabilitätsentwicklung vor allem auch die Simulation von Kernkapitalquoten und Leverage Ratios im Mittelpunkt der Betrachtungen. 

Im dritten Teilschritt erfolgte schließlich die gemeinsame Ableitung und Ausarbeitung eines Zukunftsprogramms, dessen Umsetzung die LBS West auch im aktuell schwierigen Marktumfeld „wetterfest“ machen wird. Vier managementrelevante Handlungsfelder stehen dabei – neben den weiter voranschreitenden Arbeiten im Bereich IT – im Vordergrund (vgl. Abb. 1).

Vor dem Hintergrund der Analyseergebnisse wurde deutlich, dass ausreichend Möglichkeiten für das Management der aktuellen Herausforderungen bestehen. Allerdings stellte sich auch heraus, dass es nicht mehr ausreichend ist, einzelne Teilaspekte singulär zu bearbeiten. Vielmehr sind umfassende Veränderungsprozesse notwendig, die in ein ganzheitliches Zukunftsprogramm zu integrieren sind.

Zukunftsprogramm LBS West

Projektergebnisse

Es zeigt sich, dass Bausparkassen insgesamt kurzfristig auf Ergebnisbedrohungen reagieren müssen, um nicht mittelfristig mit unumkehrbaren Ergebniskonsequenzen konfrontiert zu werden.

Mit dem Verständnis für das Bauspargeschäft, für den Transfer in langfristige Auswirkungsanalysen sowie der integrierten Betrachtung aus Ergebniswirkungen und aufsichtsrechtlichen Konsequenzen, konnte mit der LBS West in kurzer Zeit ein wirksames Maßnahmenbündel zur Begegnung der Herausforderungen aus dem Niedrigzinsniveau entwickelt werden. Gemeinsam mit zeb erfolgt nun in den kommenden Monaten die operative Umsetzung wie auch das Management dieses umfassenden Umbau- und Change-Prozesses.

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Dr. Dirk Holländer

Dr. Dirk Holländer

Senior Partner